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Besuchsberichte

Viele Förderer unseres Vereins besuchen unsere Projekte in Nepal und sind häufig ein paar Tage zu Gast in den Gästehäusern unseres Kinderdorfes. Hier berichten einige über ihre Eindrücke:

 

Meine erste und sicherlich nicht letzte Reise nach Nepal

Ich bin wirklich sehr dankbar, dass der Verein jedem die Möglichkeit gibt, sich selbst ein Bild zu machen und so das dort aufgebaute und über Jahre gewachsene Projekt live zu erleben. Das ist wirklich was ganz besonderes und sicherlich nicht überall in dem Maße möglich.

Nach Ankunft in Kathmandu und einer, wie dort üblich, turbulenten Taxifahrten und ersten Eindrücken der Hauptstadt, erreichte ich das Jugendhostel. Ich wurde von allen Mitarbeitern und den Jugendlichen sehr freundlich und offen empfangen. An meinem ersten Abend im Hostel durfte ich zum ersten Mal die Nationalspeise Dhal Bhat genießen.

Nach drei Tagen im staubigen, lauten und sehr hektischen Kathmandu und mit vielen Eindrücken, bin ich dann in das ca. 200 km entfernte Pokhara geflogen. Von dort ging es mit dem Taxi zum Kinderdorf. Pokhara war im Vergleich zu Kathmandu schon sehr viel ruhiger. Es wurde nicht gehupt, es war viel weniger staubig und es wurde nicht wie in Kathmandu ohne jegliche Regel kreuz und quer gefahren, auch wenn man ab und zu mal einer Kuh auf der Straße ausweichen musste. Vorbei am Phewa See erschien es sehr idyllisch mit den Gleitschirmfliegern, vielen Bars, Geschäften und Restaurants an der Promenade und ist ein völliger Gegensatz zu Kathmandu.

Nach kurzer Fahrt wurde das Kinderdorf erreicht. Ich wusste ja nicht so ganz, was mich erwartete und war total überrascht von der Größe des Dorfes, der Ordnung, den schönen Häusern, dem reichhaltigen Ackerbau zur Selbstversorgung und am meisten von den sehr offenen, freundlichen und gar nicht schüchternen Kindern. Auch im Nachhinein fasziniert mich am meisten, dass von 88 Kindern und Jugendlichen, die teilweise schwere Schicksale erlebt haben, kein einziges in den 11 Tagen meines Aufenthaltes geweint, geschrien, geschubst oder geboxt hat. Auch im Kinderdorf haben mich die Mitarbeiter herzlich in Empfang genommen, immer gut versorgt mit köstlichem Dhal Bhat (an das man sich wirklich schnell gewöhnen kann) und anderen Leckereien wie Eier, Toast, Obst und Milchtee und mich direkt in das Leben dort integriert.

In den Tagen vor Ort konnte ich mir die Routine der Kinder im Dorf anschauen und live miterleben, wie z.B. das Frühstück abläuft, Abwaschen und Zähne putzen draußen an den Wasserstellen, das Fertigmachen für die Schule, Füttern der Ziegen, lernen vor und nach der Schule, säubern der Häuser und Wege, Tanzstunden, Karate, Zubereiten des Essens. Alle Kinder halfen tatkräftig bei den täglichen Aufgaben mit, unterstützten die Kleinen und hatten sichtlich Freude im Umgang mit den Besuchern. Im Laufe meines Aufenthaltes durfte ich einige Vorstandmitglieder wie Monika, Michaela und Marco kennen lernen. Ingrid, die ein Lehrertraining absolvierte, durfte ich bei ihren Schulstunden für die Lehrer begleiten und unterstützen, was sehr spannend war.

Da die 8. Klasse das Schuljahr bereits beendet hatte, haben Gerti (Gast aus Österreich) und ich mit ihnen zusammen eine Abschlusswanderung hinauf zum Sarangkot unternommen. Nach einem Snack bei den Gleitschirmfliegern oben auf dem Berg gab es zum Abschluss noch Pfannkuchen in einem Restaurant am Phewa See und mit dem Local Bus ging es zurück zum Kinderdorf. Das Busfahren dort ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert. 

Im Kinderdorf habe ich Tattoos verteilt, Luftballon-Tiere gebastelt und Ostereier mit den Kindern gefärbt. Da in den letzten Jahren auch schon mal rohe Eier gefärbt wurden, wurden dieses Mal die Eier von den Hausmüttern gekocht und das Färben sowie Verstecken hat allen Freude bereitet.

Zu besonderen Anlässen gab es auch mal eine Eiscremeparty oder Momos für alle. Es hat mir schon ziemlich imponiert wie herzlich, offen und freundlich und rücksichtsvoll alle miteinander umgehen und wie schnell die Besucher dort integriert werden. Den Kindern geht es dort sehr gut, die Hausmütter haben ein tolles Verhältnis zu den Kindern und es ist eine kleine Oase für die Kinder dort entstanden. Der Abschied ist mir wirklich sehr schwer gefallen und ich werde hoffentlich schon bald die Gelegenheit haben, um wieder das Projekt zu besuchen.

Zum Abschluss habe ich noch ein paar Tage ein Kathmandu im Hostel verbracht und hatte dort die Möglichkeit die Abschlusssitzung der Berufsberatung von CDN (Career Disha Nepal) der Klasse 9 und 10 zu besuchen. Es war sehr interessant und da ich nun auch als Study Consultant den Verein unterstützen darf, möchte ich auch gerne mit den Abschlussjahrgängen in Kontakt bleiben. So kann ich die Jugendlichen auf ihrem Weg in den Beruf bzw. das Studium begleiten. Ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch.

Dr. Sabrina Beck, Frankfurt

Dr. Sabrina Beck bereiste Nepal vom 14.03. bis 02.04.2018 und besuchte auch unser Hostel und das Kinderdorf

 

What is your name?

Die kleine Hand eines vierjährigen Mädchens greift unbefangen meine Hand und neugierige Kinderaugen schauen mich fragend an: „What is your name?“. Einfache englische Sätze können selbst die Vorschulkinder im Kinderdorf in Bhakunde (nahe Pokhara) in Nepal. Asha wohnt hier in einem von vier Häusern mit ungefähr 23 „Geschwistern“. Ihr kleiner „Bruder“, mit drei Jahren momentan das jüngste Kind im Kinderdorf, sitzt bei Hira, einer der beiden Hausmütter, auf einem kleinen Hocker in der Küche und isst gekonnt mit seinen kleinen Fingern Reis mit Linsen. Dal Bhat ist das Nationalgericht der Nepalesen und wird, wie überall in Nepal, im Kinderdorf zweimal täglich als Hauptmahlzeit zubereitet.

Ein älterer Nepalese erklärte mir auf meiner Reise, dass ihm regelrecht etwas fehle, wenn er einmal einen Tag keinen Dal Bhat esse. Seiner Meinung nach sei Dal Bhat mit verschiedenem Gemüse kombiniert, eines der gesündesten Gerichte der Welt. Nach dem Essen waschen alle Kinder selbstständig ihre Teller, helfen sich gegenseitig, machen Hausaufgaben, ziehen sich für die Schule um oder laufen nach draußen.

Das Kinderdorf ist ein riesiger Garten mit Gemüse, Obst, Hühnern, Ziegen und einem Platz zum Fußballspielen. Selbst in den wenigen Tagen, die ich es besucht habe, lernt man unweigerlich viele Menschen kennen, die einen berühren. Einige, weil sie ihr Lachen nicht verloren haben, obwohl sie es nicht einfach hatten. Andere, weil sie sich auch über ihren Beruf als Lehrer hinaus für die Interessen der Kinder einsetzen.

Beeindruckend ist auch die Nachhaltigkeit des ganzen Projekts: Nachdem die Kinder in einem geschützten Umfeld im Kinderdorf aufgewachsen sind, gehen sie als Jugendliche noch zwei Jahre auf eine weiterführende Schule in Kathmandu und wohnen zu momentan fünfzehnt in einer Art Youth Hostel. Dort sind sie nicht alleine, übernehmen aber immer mehr Verantwortung für ihr Leben. Jharanā erzählt mir, dass es ihr dort gefalle, sie aber den Lärm der fast 100 Kinder im Kinderdorf vermisse. Auch danach werden die Kinder nicht alleine gelassen, sondern bei der Berufsausbildung unterstützt und haben somit eine echte Chance. Denn Träume haben sie wie alle Kinder: Sie wollen Pilot werden und Krankenschwester. Nur dass sie unter schwierigen familiären Bedingungen in einem der ärmsten Länder der Welt geboren wurden und ohne ein Leben im Kinderdorf wahrscheinlich nicht einmal eine Kindheit hätten, in der sie diese Träume träumen können. Jetzt haben sie vielleicht sogar die Chance, diesen Träumen näher zu kommen.

Anja Linz (damals Oebels), München

Anja Linz aus München besuchte unser Hostel und Kinderdorf im August 2018

 

Als Familie im Kinderdorf

Erst waren wir Gäste, wie so viele vor uns. Voller Stolz zeigten uns die Kinder „ihr“ Dorf und wir genossen die Gastfreundschaft der Hausmütter in den vier Häusern. Es dauerte nicht lange, da hatten wir das Gefühl dazu zu gehören. Wie selbstverständlich ging Camie, unsere 8-jährige Tochter, mit den anderen Kindern nach dem Morning Assembly zur Schule. Die anfangs noch bestehende Schüchternheit und Sprachbarriere waren schnell überwunden.
 
Ganz besonders imponierte uns der gute Zusammenhalt der Kinder untereinander. Egal, ob auf dem Schulhof, bei der Gartenarbeit, beim Waschen der eigenen Kleidung, beim Hausaufgaben machen oder Lernen. Dabei ist die Liebe und Fürsorge der Hausmütter in allen Bereichen allgegenwärtig. Sie trägt die Kinder durch den Tag, wie in einer Familie.
 
Auch die Kinder bemerkten bald, dass es kaum Unterschiede zwischen ihrem Leben und den alltäglichen Abläufen in unserer Familie gibt. So gibt das Kinderdorf mit seinem engagierten Team anstelle der Eltern die Struktur vor, wo Verantwortung, Disziplin und Selbstständigkeit gelernt wird und es Freiräume für die individuelle Entwicklung gibt.
 
Natürlich wollten wir hierzu auch einen kleinen Beitrag leisten. Als Ergotherapeutin suchte ich eine Aktivität aus, die sowohl mit wenigen Mitteln umsetzbar war, als auch auf vielen Ebenen Fertigkeiten schult. Es wurden selbst Jonglierbälle hergestellt, aus Luftballons und gesiebter Erde. Jonglieren und „Poi“ spielen setzt hohe Anforderungen an Körperwahrnehmung, Koordination, Konzentration, Reaktionsvermögen und Kreativität. Viele Kinder entwickelten ihre Jonglierkunst in so kurzer Zeit soweit, dass sie am Weihnachtstag mit Stolz bei einer gemeinsamen Aufführung zeigen konnten, was sie gelernt haben. Bei so vielen bewegungstalentierten Kindern kam auch die „Slackline“ als Geschenk gut an, ein elastisches Band, das zwischen zwei Bäumen gespannt wird. Eine hohe Herausforderung, aber mit etwas Ermutigung und gegenseitiger Unterstützung waren alle Kinder mit dabei.
 
Nach den drei Wochen im Kinderdorf sind wir um viele Erfahrungen reicher, besonders hat unsere Tochter für ihr Leben und ihre Entwicklung wichtige Impulse erhalten. Das macht uns sehr dankbar.
 
Kathatrina Prünte, Bad Godesberg

Katharina Prünte aus Bonn war mit ihrem Mann und ihrer Tochter im Dezember 2017 zu Gast im Kinderdorf 

 

Namaste

Mein erster Eindruck von Nepal war erstmal eines: sehr nass. Tja, so ist das wenn man im Juli nach Kathmandu kommt und direkt vom Monsun begrüßt wird. In aller Regel fallen Begrüßungen in Nepal aber immer sehr herzlich aus, sowie auch die von Ratna, Betreuer im Jugendhostel, der mir kurzerhand eine Blumenkette umhängt, mich in ein Taxi steckt und sich selbst aufs Moped schwingt.

Im Jugendhostel selbst erwarten mich schon die anderen mit neugierigen Blicken. Ich sehe meinen Steckbrief an der Pinnwand, in dem ich von meiner Familie und meinen Hobbies berichte. Meine Leidenschaft zum Tanzen kommt besonders gut an. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wollen die Jungs und Mädels einen Tanz von mir lernen. Weder kannten sie den Song, noch die Jazz-Tanz Schritte, trotzdem machten alle mit und wir hatten einen riesen Spaß!

Am nächsten Tag ging es mit dem Bus direkt weiter nach Pokhara ins Kinderdorf. Es ist wie ein kleines Paradies, so nah am Fewa Lake in dem kleinen Örtchen mit dem Namen Bhakunde. Parbati, die gute Seele, zeigt mir mein Zimmer im Gästehaus und abends esse ich Dhal Bhat im Haus C mit den Kindern und Hausmüttern. Ich fühle mich gleich willkommen.

Direkt am nächsten Tag wird der Teachers-Day zelebriert. Die Schüler stellen ein Programm für die Lehrer auf die Beine. Auch ich wirke mit, wie sollte es anders sein als mit dem Tanzen. In Nepal wird gefühlt jeder Anlass genutzt um zu Feiern. Es wird immer gesungen, getanzt und gut gegessen. Eine Gelassenheit, von der sich der ein oder andere von uns ruhig mal eine Scheibe abschneiden könnte.

Das Feiern kam auch beim Ausflug mit allen Mitarbeitern des Kinderdorfs nicht zu kurz. Ich werde zum „Picknick“ eingeladen und  kurzerhand darüber aufgeklärt, was Picknick in Nepal eigentlich bedeutet: Der Kinderdorf eigene Bus wird von oben bis unten vollgestopft mit Lebensmitteln, Pfannen, Gasflaschen, Musikboxen usw., sodass vor Ort, am sogenannten Honeymoon-See, von den Hausmüttern alles frisch gekocht wird. Zudem befand sich noch eine Ziege mit an Bord. Nein, ich habe mir erst nichts dabei gedacht. Aber wie gesagt, die Speisen wurden erst vor Ort frisch zubereitet und so erklärte mir Ramesh, einer der Lehrer, dass auch die Ziege eine wichtige Rolle beim Festmahl spielen würde. Lange Rede kurzer Sinn, gemäß nepalesischer Handwerkskunst wurde der süßen Ziege der Kopf abgeschlagen. Wirklich alles wird zerkleinert und verwertet, was es zu zerkleinern und zu verwerten gibt und fachmännisch zubereitet. Das Gehirn wurde direkt gegessen, angeblich macht es weiser. Ich habe dankend abgelehnt und mich dazu entschieden während meines Nepal-Aufenthaltes eine vegetarische Phase einzulegen. Nach dem Essen wurde getanzt. Traditionell auf nepalesische Musik. An diesem Tag stieß auch Yasmin zu uns. Sie ist 21 und kommt aus Mailand. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Die Tanzschritte lernten wir schnell und als plötzlich ein Regenschauer einsetzte, fühlte sich alles irgendwie noch unwirklicher, annähernd einer Filmszene, an.

Yasmin und ich unterstützten beim Unterricht in der Schule, sie in der ersten Klasse und ich in der Dritten. Mit Spiel und Spaß ging es darum, das Englisch der Kinder ein bisschen zu verbessern: Wie stelle ich mich selbst und meine Familie vor, wer kann die meisten Gemüsesorten an die Tafel schreiben und so weiter. Abgesehen davon spielten wir „Capture the flag“, gingen angeln oder guckten bei besonders regnerischen Tagen „Tom und Jerry“ auf Yasmins PC. Auch eine Nutella-Party in jedem Haus durfte nicht fehlen: Nutellatoast, Lolli und Luftballon für jedes Kind und natürlich auch die Hausmütter.

Der Abschied vom Kinderdorf fiel mir besonders schwer, die Kinder, die Hausmütter, ja einfach alle dort sind mir in diesen drei Monaten sehr ans Herz gewachsen. Eben eine große Nepalfamilie. Bevor ich geflogen bin hatte Alex gesagt, dass ich von den Menschen viel mehr bekomme, als das ich geben könne und das hat sich uneingeschränkt bewahrheitet. Mir ist es gelungen mich auf die Menschen einzulassen, mich für sie und ihre Lebensweise, Kultur und Religion zu interessieren und somit meinen eigenen Blickwinkel zu erweitern.

Hannah Hoppe, Riga

Hannah Hoppe besuchte unser Hostel und Kinderdorf im Juli 2017

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