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Weiteres Leid nach dem Erdbeben

15. Februar 2016 - Durch die schweren Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 haben rund 600.000 Familien ihr Dach über dem Kopf verloren und die meisten von ihnen leben nach wie vor in Zelten oder Wellblechhütten. Laut dem Nachrichtenmagazin Spiegel hat die Regierung Nepals 3,6 Milliarden Euro Hilfsgelder immer noch nicht abgerufen. Doch der wirtschaftliche und humanitäre Schaden, der durch die fast fünfmonatige Versorgungsblockade (23.09.2015 bis 06.02.2016) an der indischen Grenze entstanden ist, hat zu einem weitaus größeren Beben geführt und lässt die Bevölkerung nach wie vor leiden.

Hier ein paar Auswirkungen, die leider in der internationalen Presse kaum benannt wurden:

  • Rund 300 Tanklaster passieren normalerweise täglich die Grenze zwischen Indien und Nepal. Während der Blockade waren es sporadisch 5 bis 10 pro Tag.
  • Der Schwarzmarktpreis für Benzin war drei- bis fünfmal höher als sonst, teilweise 5 Euro pro Liter.
  • Menschen sind gestorben, weil Medikamente fehlten.
  • 40% der Fabriken mussten im Januar ihre Produktion einstellen.
  • Rund 2.000 Fabriken mussten laut Deutscher Presseagentur schließen.
  • Die Preise für Grundnahrungsmittel, wie Reis, verdoppelten sich.
  • Schulen blieben geschlossen, weil Lehrer nicht zum Unterricht kommen konnten.
  • Viele ausländische Airlines stellten teilweise ihren Flugbetrieb ein.

Kochen auf Holzfeuer im HostelAuch unsere Projekte waren stark von den Einschränkungen betroffen. Unsere Gasvorräte waren nach zwei Monaten aufgebraucht und unsere Hausmütter im Kinderdorf und Hostel mussten auf offenem Holzfeuer kochen. Das betraf alle nepalesischen Haushalte und so schnellte auch der Preis für Brennholz nach oben, wenn es überhaupt welches gab.

Unsere Hilfslieferungen in Form von warmen Decken und warmer Kinderkleidung in die Erdbeben-Notstandsgebiete hoch oben in den kalten Bergregionen ging aufgrund der Benzinknappheit nur schleppend voran. Immerhin konnten wir in der Winterzeit insgesamt 1.215 Decken Deckenverteilung nach Erdbebenausliefern und in Bergdörfern verteilen. Dafür haben wir 19.000 Euro unserer Erdbeben-Spenden eingesetzt.

Von Deutschland aus betrachtet, haben wir uns während der Blockade oft gefragt, wie das Leben dort überhaupt noch funktioniert. Doch die Nepalis sind Meister im Improvisieren und Aushalten von Krisen. Ganz spurlos sind diese beiden Krisen innerhalb eines Jahres jedoch nicht an ihnen vorübergegangen. Eine der Haupteinnahmequellen, der Tourismus, ist nach dem Erdbeben eingebrochen. 40% der Touristen haben ihre Reisen ins Himalaya-Gebiet storniert. Und durch die Blockade und Schließung der 2.000 Fabriken fallen auch noch viele Arbeitsplätze weg. Schatten überziehen die Gesichter der sonst so fröhlichen Menschen. Wir wünschen ihnen, dass sich ihr Leben in 2016 wieder deutlich verbessert und tragen mit unseren Projekten dazu bei.

Weitere Hintergrundinfos zu Blockade: Wikipedia (leider nur in Englisch) und in nachrichten.at

Spendenkonto:
VR Bank Biedenkopf-Gladenbach eG
IBAN: DE73 5176 2434 0069 5697 06
SWIFT/BIC: GENODE51BIK