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Ein Gefühl der Geborgenheit

06. April 2017 - Anfang März war unser langjähriger Förderer Michael Bauer aus Baden-Baden das erste Mal im Kinderdorf in Bhakunde bei Pokhara. In seinem kurzen Bericht schildert er seine Erlebnisse und Erfahrungen.

Mein erster Besuch im Kinderdorf

von Michael Bauer, Baden-Baden

Alexander Schmidt und seine Frau Laxmi holten mich am Flugplatz in Kathmandu ab, um mich nach Boudhanath (Bodnath) zu bringen, wo wir die ersten Tage untergebracht sind. Wir besuchen den behinderten Chhabi lal Gurung, der bis zu seinem 12. Lebensjahr wie ein Tier ausschließlich in einem Stall im Bergdorf gelebt hatte (siehe Bericht), bis er durch Zufall von Alex "erlöst" wurde. Er ist fast blind und lächelt, als er die Stimme von Alex wahrnimmt.

Mein persönliches Anliegen ist es, Blinden zum Sehen zu verhelfen oder ihnen zumindest Linderung zu verschaffen. Und so freue ich mich sehr, wenn ich sehe, wie Kinder trotz ihrer Erblindung aufblühen. Laxmi leistet bei der Blindenhilfe in Nepal mit ihrer BPW Frauengruppe einen entscheidenden Beitrag.

FWHC Kinderdorf - Fussball - Michael BauerMit dem Auto fahren wir nach Pokhara, wo mich am späten Abend der Kinderdorfleiter, Tanka, mit seinem Motorrad die letzten Kilometer zum Kinderdorf chauffiert. Am nächsten Morgen begrüßen mich die Kinder beim ersten Spaziergang mit einem freundlichen „Namaste“ und „What´s about your stomage?“ Woher wissen sie bereits, dass ich Magenprobleme habe?

Drei Tage bin ich nun schon hier. Immer wieder höre ich aus fröhlichem Kindermund: “Michael are you okay?" Die Hausmütter laden mich in ihre Häuser ein, zeigen mir stolz die Schlafsäle, Sanitäranlagen und Küchen. Dazu bekomme ich einen Tee mit Gebäck serviert. Kaum habe ich ausgetrunken, rangeln sich Kinderhände um meine Tasse und meinen Teller, um sie zu spülen.

Ein Engel auf Erden

FWHC Kinderdorf - FrühstückVor fast einem halben Jahrhundert habe ich schon einmal das Phewatal durchwandert und musste mich durch dichtes Dornengestrüpp nach Bhakunde durchschlagen. Jetzt erlebe ich an gleicher Stelle ein kleines Paradies mit großzügigen Häusern und fröhlichen Kindern. Ihr schweres Schicksal ist kaum noch zu spüren. Das Gefühl der Geborgenheit in einer Gemeinschaft, die von Rücksicht und Nächstenliebe geprägt ist, lässt sie offensichtlich die Wunden der Vergangenheit vergessen. Wir alle wissen, auf wessen Initiative das Kinderdorf entstand und wessen Geist es beseelt. Als wir am Abend auf der Terrasse vor dem Gästehaus sitzen und ich von weiteren Projekten erfahre, die dringend in Angriff zu nehmen sind, entfährt mir spontan: „Alex, du bist ein Engel auf Erden.“

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