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Juchhuh, es geht auf Klassenfahrt

20. Januar 2017 - Im November 2016 begaben sich die Lehrer, Betreuer und Kinder der Klassen sechs bis acht aus dem Kinderdorf in Pokhara erstmalig auf Klassenfahrt. Die Initiative kam vom Direktor unserer Grundschule, Kamal G.C.. Der FNH-Vorstand begrüßte und unterstützte diese Maßnahme, da es eine Bildungsfahrt sein sollte und den Jugendlichen neue Perspektiven und Eindrücke ihres Landes vermittelt werden. Das Programm mit ein paar Impressionen stellen wir hier vor.

Der erste Tag

Die Lehrer unserer Grundschule im Kinderdorf hatten gemeinsam mit einigen Betreuern aus dem Kinderdorf und älteren Schüler eine dreitägige Bildungstour vorbereitet. Begleitet von neun Lehrern und zwei Betreuern machten sich die 37 Schüler am frühen Morgen des 15. November mit dem Bus auf die Reise.

Kinderdorf Klassenfahrt - Cancer HospitalDer erste Stopp war am Birendra Memorial Cancer Hospital in Chitwan. Krebskranke aus ganz Nepal kommen hierher, um sich behandeln zu lassen. Rund zwei Stunden schauten sie sich die riesige Anlage an und stellten dem Servicepersonal viele Fragen. Anschließend fuhren sie weiter zum Chitwan National Park im Süden Nepals. Im Bus war die Stimmung großartig, da natürlich für ausreichend Musik und Essen gesorgt war.

Kinderdorf Klassenfahrt - Chitwan National ParkDort angekommen, unternahmen sie direkt einen Spaziergang durch den Tier- und Vogelpark. Die Jugendlichen lernten, dass der Chitwan National Park seit 1973 existiert und seit 1984 als Weltkulturerbe anerkannt ist. Er beherbergt rund 70 verschiedene Tierarten, darunter Krokodile, Schildkröten, Elefanten und Pfaue, die unsere Gruppe beim Spaziergang auch alle zu sehen bekamen. Gegen 16 Uhr ging es weiter nach Bhairawa, wo sie in einem Hotel übernachteten - angefüllt mit den Tagesereignissen.

Der zweite Tag

Kinderdorf Klassenfahrt - Lumbini BoatAm nächsten Morgen klingelte um 5 Uhr der Wecker, denn auch für diesen Tag war ein umfangreiches Programm vorgesehen: Lumbini, der Geburtsort Buddhas, und Sunauli. Lumbini ist eine große Pilgerstätte mit vielen Buddhatempeln aus der ganzen Welt. In der Mitte des ca. 8 kmgroßen Geländes befindet sich der Platz, wo Siddharta Gautama 563 vor Christi Geburt das Licht der Welt erblickte. Er erreichte die Erleuchtung, wurde als "Licht von Asien" bekannt und gründete den Buddhismus. Mit zwei Booten fuhr die Gruppe über die Kanäle, die sich durch das ganze Gelände ziehen, besichtigte einige der Buddhatempel und Klöster und natürlich den heiligen Ort von Buddhas Geburt. Nach vier Stunden mahnte unser Busfahrer zur Weiterfahrt, denn sie wollten noch nach Sunauli, der Grenzstadt zu Indien. Zunächst kehrte die Gruppe zum Hotel zurück, um die Sachen zu packen und von dort aus die nur 3 km nach Sunauli zu fahren.

Kinderdorf Klassenfahrt - Indische GrenzeSunauli ist eigentlich der Name der Grenzstadt auf indischer Seite. In Nepal heißt der Grenzort Belahiya. Geprägt sind die Orte von vielen LKW und vom Grenzhandel. Traurige Bekanntheit haben sie durch die 5-monatige Grenzblockade im Oktober/November 2015 erlangt. Und auch an diesem Tag wurde den LKW aus Nepal kommend die Einreise nach Indien verweigert. Mit einer Ausnahmegenehmigung der Polizei wurde unserer Gruppe gestattet die Nautanwa Eisenbahnstation im Maharajganj Distrikt im indischen Teil zu besichtigen. Was sie zu sehen bekamen, waren zwei runtergekommene Bahnsteige, die weder geschützt waren, noch sonstige Merkmale eines Bahnhofs aufwiesen. Die Strecke nach Nepal ist mittlerweile geschlossen. Für unsere Jugendlichen war es trotzdem ein besonderes Erlebnis, da sie noch nie einen Zug gesehen hatten. Zurück auf nepalesischer Seite fuhr die Gruppe nach Palpa, wo die nächste Übernachtung geplant war.

Auf dem Weg wurde viel gesungen und auch ein kleiner Gesangswettbewerb veranstaltet. Das hielt die Gruppe bei Laune, was sie nach einer Reifenpanne mit einstündigem Zwangsstopp auch gut brauchten. Um 21 Uhr trafen sie schließlich in dem zuvor reservierten Hotel in Palpa, einer bergigen Gegend, ein. Hungrig und müde machten sich alle über das leckere Dal Bhat her und schliefen schnell ein.

Der dritte Tag

Kinderdorf Klassenfahrt - TansenAm nächsten Morgen wachten alle noch vor Sonnenaufgang auf, den diesen wollten sie vom Srinagar Berg aus sehen. Das Wetter spielte mit und so genossen sie einen wundervollen Sonnenaufgang. Wieder am Hotel angekommen starteten sie um 8 Uhr nach Tansen, der Bezirksstadt von Palpa. Bei der Touristeninformation erhielt die Gruppe alle wichtigen Informationen über die Stadt. Neben der strategischen Lage zwischen Butwal und Pokhara ist die Stadt für die engen Gassen mit den typischen Newari-Häusern bekannt. Sie besichtigten Palpa Durbar und sahen sich im Museum einen Dokumentarfilm über die Stadt an. Berühmt ist Tansen für die riesige Karuwa, normalerweise eine kleine Kanne, die dazu dient zu Ehren eines Hindu-Gottes Wasser zum Tempel zu bringen. Nach einem kleinen Einkaufsbummel - die Jugendlichen hatten dafür ihr Taschengeld von den Hausmüttern bekommen - und Mittagessen, ging die Tour weiter zur größten Wasserkraftanlage des Landes, Kaligandaki in Mirmi.

Kinderdorf Klassenfahrt - Mirmi80 km schmale Straßen und enge Kurven lagen vor der Reisegruppe. Und wieder hielten sie sich mit Gesang, Tanz und Witzen bei Laune. Die Wasserkraftanlage erzeugt den Strom für die beiden größten Städte des Landes, das 300 km entfernte Kathmandu und das 100 km entfernte Pokhara. Mit der finanziellen Unterstützung der Asian Development Bank hat die Anlage eine Kapazität von 144 MW. Rund zwei Stunden liefen die Schüler und Betreuer am Damm des Stausees entlang und informierten sich über die Wasserkraftanlage. Gegen 19 Uhr traten sie den Heimweg nach Pokhara an und erreichten das Kinderdorf um 22 Uhr, müde und voller neuer Eindrücke, die sie noch lange begleiten werden.

 

 

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