Font Size

SCREEN

Layout

Cpanel

Beiträge

Und los geht's...

Ankunft Team1... Da sind wir - das erste teamtischer Aufbauteam, bestehend aus Jens, der bereits Nepalerfahrene, Martin, Adrian, Kai, und ich, Christiane vom FNH - nun im Land, das stets eine Überraschung parat hat. In diesem Fall sind es gleich mehrere.

Schlange TankstelleÜberraschung 1: Über die Medien hatten wir erfahren, dass Streikblockaden an der Grenze zu Indien für Benzin-, Gas- und Medizinknappheit in ganz Nepal sorgen. Ja, es stimmt, die stets verstopften Straßen in Kathmandu sind nur zu ca. 20 % gefüllt und das Fahren lässt sich nun auch wirklich als solches bezeichnen, im Gegensatz zu meinen bisherigen Erfahrungen. An den geschlossenen Tankstellen stehen kilometerlange Schlangen von Taxen, Motorrädern, LKW und Bussen, die darauf warten wenigstens ein paar Liter Sprit zu bekommen. Wir werden auf jeden Fall von einem Taxibus am Flughafen abgeholt und der Minitruck holt uns jeden Morgen an unserer Unterkunft im Youth Hostel ab um uns an unseren Einsatzort ins 5 km entfernte Dukuchhap zu bringen - auch wenn man schon mal aus einem Autotank ein paar Liter für ein anderes Auto absaugen muss. Man weiß sich hier eben zu helfen. Mal sehen, wie lange dieser Zustand noch anhält. Denn langsam wird auch das Gas zum Kochen knapp. Doch die Nepalis wissen wie man am offenen Feuer kocht. Also müssen wir auch nicht verhungern;-)

Überraschung 2: Wir hatten gedacht, wir finden nach dem Erdbeben Kathmandu in Trümmern liegend vor, doch weit gefehlt. Nur sehr wenige Gebäude wurden komplett zerstört, der Schutt ist beseitigt, die Risse sind größtenteils gekittet, Straßen sind begradigt und überall wird gebaut. In den Außenbezirken sieht es schon ein wenig anders aus. An den vielen Blech- und Lehmhütten lässt sich erkennen, dass viele ihre Häuser verlassen mussten. In ihren neuen Unterkünften haben sie sich jedoch zum Teil so gut eingerichtet, dass wir Zweifel haben, ob sie je in ihre alten Trümmerhäuser zurückkehren.

Abfahrt TruckÜberraschung 3: Pünktlich um 10 Uhr am ersten Tag steht ein Minitruck mit offener Ladefläche vor der Tür – und das trotz Benzinmagels – der uns zur Baustelle bringen soll. Schnell wird klar, dass wir stehend auf der Ladefläche transportiert werden, denn im Fahrerraum gibt es nur Platz für maximal 2 Beifahrer. Weniger überraschend war dann allerdings, dass wir erst um 11 Uhr wegfuhren, denn wir warteten noch auf die "Gefolgschaft": den Inhaber der Baufirma, Prakas, die unser Projekt unterstützende Niru von einer demokratischen Partei und den Leiter des Schulkomitees.

Baustelle1Überraschung 4: Wir kommen auf der Baustelle an und finden dort eine mit Steinen und Erde gefüllte Fläche vor, auf der ein Wassertank und ein paar Stahlträger liegen. Wo ist das versprochene Fundament? Nachdem uns der Prakas versichert hat, dass es gegossen wurde und das dies anhand der Trägerhalter, von denen manche scheinbar aus dem Boden wachsen, auch zu erkennen ist, heißt es also Steine schleppen und mit Hacke und Schaufel graben. Und tatsächlich kommen nach und nach die 15 Trägerverankerungen zum Vorschein. Allerdings sieht unsere Aktion eher wie eine archäologische Ausgrabung als der Bau einer Schule aus. Doch außer einem Wasserbüffel-Kieferteil konnten wir keine Kunstschätze bergen;-) Wer auch immer das Fundament zugeschüttet hat...

MittagessenÜberraschung 5: Dukuchhap, der Ort in dem wir die zerstörte Schule wieder aufbauen, ist zwar nur 15 km von Kathmandu entfernt, doch man hat das Gefühl als wären wir in einem weitentlegenen Bergdorf angekommen. Kein Wunder, die „Straße" dorthin sieht so aus, als wäre sie erst vor kurzem aus dem Berg gehauen. Dementsprechend gibt es im Dorf außer ein paar Berghütten keinerlei Infrastruktur. Netterweise spendiert uns Niru das Mittagessen – natürlich Dhal Bat -, das von Einheimischen lecker gekocht und in der Gesundheitsstation des Ortes serviert wird.

Wenig überraschend ist, dass wir uns alle sofort wohlfühlen und viel Spaß untereinander und mit den Nepali haben. Und so haben wir uns guten Mutes an die Arbeit gemacht.