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Der Blick aus 4000 Metern Höhe

Haiterbach. Weit hinauf ragende Berge, Schnee bedeckt die Spitzen. Die Luft ist klar, Gebetsfahnen wehen im warmen Wind. Am Horizont: die Morgenröte, die sich langsam über die kleinen Dörfer erstreckt. Dieses Gefühl mitten im Himalaya lässt sich kaum in Worte fassen. Man muss da gewesen sein. Das sagte sich auch Ursula Trunte und flog nach Nepal.

Gemeinsam mit ihrem Mann und 16 weiteren Teilnehmern machte sie sich vor einem Jahr für drei Wochen auf die große Reise: ins ferne Nepal. Ihr erstes Ziel: Kathmandu – die Hauptstadt des südasiatischen Landes. Das Abenteuer: eine Trekkingtour durch den weiten Annapurna Circuit – eine beliebte Route im Gebirgsmassiv des Himalayas. Die Erfahrung: unbeschreiblich.

Die gebürtige Oberschwandorferin lebt mit ihrem Mann in Haiterbach. Seit über 20 Jahren ist sie im Deutschen Alpenverein Nagold aktiv – auch als Wanderführerin. "Ich wander für mein Leben gerne", sagt die schlanke Frau mit den kurzen Haaren. Viele Touren verlaufen im Schwarzwald, oft auch "einfach nur Tagesausflüge". Doch einmal im Jahr überkommt sie das Fernweh. Dann will sie raus, was anderes sehen und erleben.

Über ihre Cousine ist sie auf Alexander Schmidt gestoßen. Ein deutscher Bergsteiger, der vor 20 Jahren im nepalesischen Pokhara – 200 Kilometer nordwestlich von Kathmandu – ein Kinderdorf gegründet hat und mit dem Verkauf nepalesischer Handarbeiten und dem Angebot individuell organisierter Trekkingtouren Gelder für seinen Verein Nepalhilfe sammelt. Für die 18-köpfige Gruppe, die jedes Jahr zusammen ferne Länder erkundet, hat er die 20-tägige Wanderroute dann organisiert. "Wir brauchten uns nur um den Flug zu kümmern, den Rest hat er gemacht", erzählt sie. Warum es ausgerechnet nach Nepal ging, weiß Ursula Trunte selbst nicht so genau. Aber sie sei gleich Feuer und Flamme gewesen als die anderen Teilnehmer den Vorschlag machten. "Mein Mann und ich waren schon mal in Südamerika, aber so eine Art von Fernreise haben wir noch nie gemacht", erzählt die 53-Jährige mit leuchtenden Augen.

Im März vergangenen Jahres startete sie dann mit den 17 anderen Teilnehmern und Freunden mit einer Maschine der Turkish Airlines in den einstigen Sehnsuchtsort vieler Hippies – nach Kathmandu. "Wir sind morgens in aller Frühe angeflogen. Der Anblick über die Himalaya-Kette war traumhaft", schwärmt sie. Die ersten Einrücke, die sie dann in dem fremden Land erlebte seien sehr befremdlich gewesen. "Ich habe einen Kulturschock gehabt", sagt sie und lacht. "Auf der Straße war ein riesen Chaos, eine Huperei ohne Ende, auch Ampeln hab' ich keine gesehen und mittendrin laufen die Kühe rum." Sie schüttelt immer noch mit einem Lächeln im Gesicht den Kopf. Aber da gab es noch mehr, eine Wahrnehmung vom Land, die sie gepackt hat. "Nepal ist so vielfältig und sehr bunt. Und was mir ganz besonders aufgefallen ist: Die Leute sind zufrieden dort und strahlen eine unglaubliche Ruhe aus."

Ihr Blick schweift über den Nepal-Wanderführer, den sie auf ihrem Holztisch bereit gelegt hat. Sie streicht über die glatte Oberfläche und fügt hinzu: "Die Menschen sind einfach ganz anders als wir. Da muss man sich erst mal drauf einlassen, wenn man aus unserem hektischen Treiben kommt."

Viel Zeit in Kathmandu blieb ihr nicht. Bereits am dritten Tag machte sich die Gruppe per Inlandsflug auf nach Pokhara – dem Ausgangspunkt für Wandertouren vieler Touristengruppen. "Dort wird wirklich alles angeboten, was Spaß macht", erzählt sie. "Wir sind zum Beispiel mit dem Zip Flyer gefahren." Nepals Zip Flyer in Pokhara bringt die Menschen mit Karabinerhaken an einem Seil hängend in über 600 Meter Höhe fast zwei Kilometer lang zum nächsten Ort. "Das war echt Wahnsinn. Mit 140 Stundenkilometern ist man da runtergefahren, echt gigantisch", sagt sie – immer noch ganz fieberhaft.

Im Kinderdorf von Alexander Schmidt lernte die Gruppe das erste Mal kennen, wie es ist, soweit abseits zu leben. Die Hütten waren einfach, die Menschen arm. "Und oft gibt es stundenlang keinen Strom. Das ist in Nepal wirklich ein großes Problem."

Mit neun Taschen-Trägern startete die Gruppe dann am fünften Tag ins große Wanderabenteuer. "Eigentlich wollten wir nach Jomsom fliegen", sagt Trunte. Doch durch erschwerte Wetterbedingungen ersetzten Jeeps die bequemere Art der Reise. Ursula Trunte lacht. "Es war schön holprig", schildert sie. "Das war wirklich chaotisch. Dass man die Straßen dort überhaupt als solche bezeichnen kann." Doch sie nahm es gelassen. Acht Stunden führte sie die Jeep-Fahrt durch das Kali-Gandak-Tal. "Wir hatten Gott sei Dank einen Tag Puffer eingeplant", erzählt Ursula Trunte lachend. Nach ein wenig Erholung in der Nacht führte die Trekkingtour dann von Jomsom nach Kagbeni an die Grenze zum damaligen Königreich Mustang. Dort besuchten sie ein Kloster, in dem ein Mönch Krankheiten mit tibetischer Naturmedizin heilt. "Das war sehr faszinierend. Einige von uns haben sich eine Diagnostik geben lassen und denen hat der Mönch dann ein Pulver als Medizin mitgegeben", sagt sie.

In den zwei Wochen im Himalaya liefen die Wanderer weiter in den Pilgerort Muktinath, in das Obstdorf Marpha und weiter nach Tatopani. Nachts schliefen sie in den einfachen Hütten der Einheimischen. Das war für die 53-Jährige eine besondere Erfahrung. "Die haben ihre Hütten für uns ausgeräumt und ein Schlaflager für Männer und Frauen gemacht. Es war toll zu sehen, wie die Leute leben, wie sie kochen und schlafen", erzählt sie. Zwischen zehn und 25 Kilometer legten die Wanderer täglich zurück. "Die 25 Kilometer waren schon sehr anstrengend", berichtet Ursula Trunte.

Doch für den letzten Ausflugsort haben sich die Strapazen gelohnt. Weit hinauf auf den oft besuchten Aussichtspunkt – den Poon Hill – führte sie der Weg. "Auf 4000 Metern zu stehen und den Sonnenaufgang auf den Annapurna zu beobachten, das ist sehr faszinierend", schwärmt sie. "Die Vorstellung: Man ist so weit weg von daheim und steht da oben. Das ist wirklich beeindruckend."

Mit vollen Herzen und vielen wertvollen Erfahrungen machte sich die Gruppe nach 19 erlebnisreichen Tagen mit dem Flugzeug auf den Weg zurück nach Kathmandu.

Während ihrer Reise nahm Ursula Trunte viel mit vom Land und von der gewaltigen Natur. Sie lernte das Leben der Menschen kennen, sah, wie sie wohnen, kochen, ihren Alltag bestreiten. Erfuhr die Kultur, die Religion, besichtigte Tempel und Klöster. Eine Erfahrung, die sie nicht mehr missen möchte. "Bei uns sieht man so viele Leute, die so grimmig schauen. Das hab ich dort nicht einmal gesehen. Die Leute sind einfach zufrieden und das hat mich sehr geprägt." u  Alexander Schmidt hält am morgigen Samstag, 31. Januar um 20 Uhr im Kubus auf Einladung des DAV Nagold einen Vortrag über seine Trekking-Touren. Er wird einige seiner nepalesischen Handarbeiten mitbringen und an einem Stand anbieten.

Von Dunja Smaoui nach oben

 

Godesberger Arzt hilft Kindern in Nepal

Benefizkonzert in Godesberg

General Anzeiger, 31. Januar 2013

Von Michael Wenzel

SCHWEINHEIM. Ein besonderes Wartezimmer präsentiert Fred Prünte, Godesberger Internist und Hausarzt, seinen Patienten. Wo andernorts die leichte Lektüre oder die harte Beschäftigung mit medizinischen Fakten im Vordergrund steht, informiert Prünte seine Kundschaft über den Fortgang seines humanitären Engagements.

Fred Prünte mit einigen seiner Schützlinge

Hilfe vor Ort in Nepal: Fred Prünte mit einigen seiner Schützlinge

"Und die Resonanz ist einfach grandios", berichtet er. Im Wartebereich der Praxis hängen zahlreiche Bilder eines nepalesischen Kinderdorfs. In Berichten werden die Patienten über den Fortschritt eines im Bau befindlichen neuen Kinderhauses informiert. Ein Video zeigt ihn bei der Behandlung seiner Patienten und bei Intensivkursen der örtlichen Ärzte in Ultraschall-Diagnostik, EKG und Akupunktur.

Seit mehreren Jahren engagiert sich der Vater von drei Kindern in Projekten im fernen Nepal. Ein Partner, auf den er sich verlassen kann, ist der überregional organisierte Verein Freundeskreis Nepalhilfe (FNH).

Seit 1995 besteht ein vom FNH gegründetes Kinderdorf in Nepal außerhalb der Hauptstadt Kathmandu auf dem Land. Circa 100 Kinder, Waisen, Halbwaisen, Straßenkinder und Kinder mittelloser Eltern fanden dort in den vergangenen Jahren ein neues Zuhause. "20 Kinder leben in einem der vier Häuser, sie werden von zwei Hausmüttern betreut.

Die Ordnung, Organisation und Sauberkeit ist sehr beeindruckend und für die Verhältnisse in Nepal außerordentlich", sagt Prünte. Wie sich herausstellte, sind viele der sechs- bis zehnjährigen Kinder durch das Erlebte seelisch belastet und psychisch geschädigt. Für sie wird zurzeit im Kinderdorf eine neue Schule gebaut, die ihnen die Möglichkeit einer soliden Ausbildung geben soll.

Etwa 80 000 Euro sind für den Bau notwendig. "Die Finanzierung ist bisher zu einem großen Teil durch uns - damit meine ich viele meiner Patienten, Freunde und Bekannten - zustande gekommen", sagt Prünte. Prünte ist "eine Persönlichkeit mit Vorbildfunktion", lobt eine seiner Patientinnen.

Am Samstag, 2. Februar, wird Prünte gemeinsam mit seinen Mitstreitern der Rhythm'n'Blues-Band "Kiss my blues" in der Pauluskirche für Nepal spielen. Der Arzt haut dabei in die Keyboard-Tasten. Gemeinsam mit den Jazzrockern "4roots" geht es unter dem Motto "groove and share" um ein Benefizkonzert für den Freundeskreis Nepal. Voraussichtlich im September wird Fred Prünte wieder nach Nepal reisen, um zu helfen.

Das Konzert für Nepal, "groove and share" findet am Samstag, 2. Februar ab 20 Uhr in der Friesdorfer Pauluskirche, In der Maar 7, statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. nach oben

 

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